Samstag, 28. April 2018

Korea: Gyeongju

Öh über diesen Ort hat sie doch schon mal geschrieben? Nein das war Jeonju, nur heisst hier alles ähnlich. Darum zeige ich bei jeder Weiterreise am Busschalter jeweils eine Korea-Landkarte und tippe auf den Ort drauf, für welchen ich ein Ticket benötige. Nicht auszumalen, sollte ich in die falsche Stadt fahren. Ich spreche ja eh alles falsch aus. Koreanisch scheint mir eine der Sprachen zu sein, da kann man nur alles falsch machen. Die Distanzen von Stadt zu Stadt halten sich zwar in Grenzen, aber ich möchte mit meinem eher schweren Rucksack dann auch nicht stundenlang unterwegs sein.

In Gyeongju hatte ich meine Luxusunterkunft auf der ganzen Reise - und dann schlief ich auf dem Boden! Ich hatte ein eigenes Zimmer in einem traditionellen, koreanischen Haus. Ich übernachtete sozusagen bei einer Familie zu Hause. Es war super ruhig zu schlafen, auch weil die drei anderen Zimmer leer standen und das Haus natürlich in einer Gegend ein bisschen ab vom 'Schuss' liegt. Das heisst man muss 300 Meter weiter laufen um einen Laden zu finden. Normalerweise hat es ja an jeder Ecke einen. Auch dieses Zimmer kam, genau so wie im Kloster, mit Bodenheizung daher. Der Trick ist tatsächlich, dass es nur warm wird wo auch etwas steht. Also unter der Matratze oder unter meinem Rucksack (nicht so gut). Ich konnte diese hier aber selber abschalten, was ich denn auch gemacht habe, nachdem die Inhaberin auf 24 Grad hochgedreht hatte.

Gyeongju ist ein Freilichtmuseum wo man mit Auto locker drei oder vier Tage verbringen könnte. Ich habe mich auf die Sehenswürdigkeiten in der Stadt sowie zwei UNESCO Weltkulturerben (Bulguksa Tempel und Seokguram Grotte) beschränkt. Gyeongju war die Hauptstadt der Silla Dinastie (zur selben Zeit als Julius Caesar bei uns aktiv war, so ungefähr) und hatte zu ihrer Blütezeit ca. eine Million Einwohner. Leider sind keine prächtigen Tempelanlagen à la Angkor Wat in Kambodscha vorhanden, dafür finden immer noch Ausgrabungen statt. Spannend! Auch gut ersichtlich sind die Hügel die eigentlich Gräber sind. Ein einziges wäre zugänglich gewesen, natürlich war genau das geschlossen! Ansonsten war es eher ruhig in Gyeongju. Ich sah zwar weitaus mehr Touristen als in Daegu und Daejeon zusammen, aber durch die Grösse hatte ich manchmal ganze Parks für mich alleine. Wie in einem grossen Einkaufszentrum verteilte sich alles sehr gut. Ich fand Gyeongju toll, man konnte in der Stadt drin gut zu Fuss unterwegs sein und rannte wie in Rom von einer Sehenswürdigkeit zur nächste.

Mehr los war dann in Bulguksa, dem Tempel. Meine Mutter hat sich schon gewundert, dass oft nicht viele Leute im Bild sind. Nun, das mache ich natürlich absichtlich. Unten mal ein Foto mit Leuten, mit ganzen Schulklassen! In einem bestimmten Alter (Primarschule) sind die Kinder ganz begeistert mir gegenüber und riefen ständig 'hello' und wollten 'high five' machen. Habe das ziemlich genossen, da man sonst hier eher ignoriert wird (mehr dazu in einem anderen Blogeintrag). Die vielen Laternen sind nur aufgehängt, da Ende Mai der Geburtstag von Buddha ist. Das macht meine Bilder natürlich sofort viel farbenfroher, mir gefällts. Von der Grotte selber durfte ich kein Foto machen, dafür seht ihr Streifenhörnchen. Die gibt es bei uns nicht, oder?

Zum Abschluss nochmals ein paar Essendbilder. Ja das ist für eine Person alleine.

Mittwoch, 25. April 2018

Korea: Daejeon, Daegu und Haeinsa-Kloster

Mein nächster Stop war Daejeon, eine Stadt mit ca. 1,5 Mio Einwohnern. Es fühlte sich jedoch viel grösser an, wahrscheinlich auch weil es nur eine mickrige U-Bahn Linie gibt, so dass man zum Teil ziemliche Distanzen zu Fuss zurücklegen muss. Bus fahren? Eher nicht. Ich hatte schon auf der Taxifahrt vom Busbahnhof Probleme, da der Taxifahrer das Hotel einfach nicht fand, obwohl ich ihm Name UND Adresse in koreanisch vorlegen konnte. Er verstand kein Wort englisch und redete die ganze Zeit koreanisch auf mich ein - sehr hilfreich. Irgendwann konnte ich ihm zu verstehen geben, mich an einer U-Bahn Station rauszulassen. Dank offline Karte auf dem Handy (was würde ich ohne machen? Wie bin ich nur früher gereist ohne?) fand ich die letzten 500 Meter dann auch selber zur Unterkunft. Eigentlich wollte ich ja am nächsten Tag eine Sehenswürdigkeit ausserhalb der Stadt anschauen. Ich wusste aber nicht wie ich da genau hinkomme (wo ist Bushaltestelle, welche Busnummer etc), also verwarf ich es gleich sofort. Es gab auch so genug zu sehen und vor allem genug zum laufen. Da war es herrlich, die Füsse in einem Pool heisser Quellen mitten in der Stadt ausstrecken zu können. 30 Minuten lang haben die Füsse von Hausfrau, Geschäftsmann und Tourist nebeneinander gebadet.
Zum Teil hat mich Daejeon ein wenig ans Rheinvorland erinnert. Tolle Erholungswege mitten in der Stadt. Daejeon ist vor allem für seine vielen Museen bekannt, wegen des ungewöhnlichen Wetters (fast 30 Grad) bin ich aber draussen geblieben. Auch abends war viel los auf den Einkaufsstrassen und im Ausgehviertel. Ich habe einen neuen Lieblingssnack entdeckt: Tteokkbokki (siehe Bild), Reiskuchen in halbwegs scharfer Sauce.
Falls ihr denkt, dass die Stadt auf dem ersten Bild jetzt nicht speziell schön aussieht: das stimmt schon, schlussendlich war Daejeon 'nur' eine weitere koreanische Grossstadt ohne ein spezielles Gebäude, dass in der Skyline raussticht. Ich fand es trotzdem nett dort. Am nächsten Tag ging es auf meiner ersten Zugfahrt weiter nach Daegu. Von Daegu habe ich kein einziges Foto, da es nur ein Zwischenstop war. Obwohl mit ca. 2,5 Mio Einwohnern grösser als Daejeon war es viel aufgeräumter und übersichtlicher. Lustigerweise benötigt man die U-Bahn nicht für die Stadtmitte. Da kann man herrlich von einem Shop zum nächsten flanieren und verhungert dabei auch nicht. Erst am nächsten Tag musste ich die U-Bahn benützen um die Busbahnhöfe zu wechseln. Daegu hat 4 davon und natürlich sind die in alle Himmelsrichtungen verstreut. Klingt zuerst schlimmer als es ist. Dank der guten Anbindung ans U-Bahn Netz muss man sich nicht mit Taxifahrern rumschlagen die kein englisch können (und die Taxifahrer sind froh wenn ich nicht bei ihnen einsteige!).
Von Daegu ging es ins Haeinsa-Kloster wo ich übernachtet habe. Lustigerweise musste ich von der Busstation natürlich wieder ein Taxi nehmen. Da es der Endbahnhof beim Kloster war musste jedem klar sein, wo ich hin wollte. Aber der Taxifahrer der sonst nichts verstand (oder ich ihn nicht, wie man will) , wusste genau ein Wort: Tempelstay! Ja genau, ich habe im Tempel übernachtet. Da nicht gerade Saison herrscht, hatte ich den ganzen Raum für mich alleine. Geschlafen wurde traditionell auf dünnen Matten am Boden. Der Boden wird beheizt, für meinen Geschmack leider viel zu heiss. Mein Gepäck wurde gleich mitgegrillt. Ich hatte den 'lockeren' Tempelstay gebucht (der mit Programm fand glaubs gar nicht statt da zu wenig Leute) und 'musste' nichts mitmachen. Nur die Kleidung musste ich anziehen und mich an gewisse Verhaltensregeln halten. Abends habe ich jedoch dem Getrommle und den Gesängen der Mönche gelauscht. Die Trommelei war draussen auf einem Vorplatz und sehr eindrücklich. Später sangen dann im Tempel ca 30 Mönche zusammen. Leider verliessen die alle nach einem Weilchen den Tempel und der eine Mönch sang alleine weiter. Mit der Zeit (nachdem er sich 15 Minuten wiederholt hatte!) wurde es aber ein wenig eintönig und auch kalt im Tempel. Ich muss dazu sagen, dass es 24 Stunden nonstop in Strömen geregnet hat. Meine Ausrede um am nächsten Morgen um 4 Uhr nicht aufzustehen und das Ganze noch einmal anzuhören. Fürs Frühstück um 6 Uhr stand ich aber auf - lecker Reis uns Gemüse. Wegen des Dauerregen legte ich mich aber ehrlich gesagt danach wieder hin. Das Kloster liegt wunderbar in der Natur draussen, aber bei Dauerschiff ist es nicht gerade erholsam und angenehm, aaaa@die Gegend auszukundschaften. Mein erster richtiger Regentag auf der Reise! Am frühen Vormittag machte ich mich wieder auf in die Zivilisation, obwohl es im Kloster wider Erwarten sogar WiFi gegeben hatte.

Montag, 23. April 2018

Korea: Jeonju

Inmitten von Jeonju steht ein ganzes Dorf von ca. 800 Hanok (traditionelle, koreanische Holzhäuser) die zum Teil in Restaurants, Geschäfter etc. umgebaut wurden. Ich kam gegen 16 Uhr an und ja, es ist mega touristisch. Es scheint ein beliebter Ort für junge Pärchen zu sein, oft beide in traditioneller Kleidung die vor Ort gemietet werden kann. Auch Schulkinder hat es haufenweise die hier einen Snack kaufen (man kann in Korea immer und überall essen, Essensstände gehören vor allem abends zum Stadtbild - egal welche Stadt) und sich mit Freunden treffen. Morgens ist es weitaus ruhiger. Die einen arbeiten, die anderen sind in der Schule und die Touristen sind noch nicht eingetroffen. Einmal mehr hatte ich in dieser Jugendherberge nur Koreaninnen im Zimmer, ich scheine allgemein eher die Ausnahme zu sein mit meinem Rucksack.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Jaman Village welches sich gegenüber vom Hanok Maeul (Dorf) befindet. Sämtliche Häuserwände sind bemalt worden, viele haben ihr Heim zu kleinen Cafés umfunktioniert. Jedoch war morgens noch tote Hose. Entweder weil es noch nicht Saison ist oder nicht Wochenende oder zu früh. Ich habe es noch nicht rausgefunden.
Sogar eine Kirche habe ich gefunden. Also allgemein ist es nicht schwierig eine Kirche in Südkorea zu finden. Diese sind sehr zahlreich. Kein Wunder, gemäss meinem Reiseführer sind ca 27% Katholiken.

Ganz zum Schluss noch ein Essensfoto. Das ist Bibimbap - Reis, Gemüse, Fleisch und anderes in einer Schüssel, wird dann vermischt und mit dem Löffel gegessen. Das erste Mal habe ich mich zum Affen gemacht und mit Stäbchen gegessen. So umständlich! Ich las dann im Internet, dass es anscheinend mit dem Löffel gegessen wird. Ich machs nun so, geht viel schneller. Die Koreaner sind allgemein nicht so heikel wenn man Fehler macht. Ich glaube die Japaner gucken da viel genauer während die Koreaner einen einfach machen lassen. Wobei ich manchmal fast froh wäre um Hilfe. Man hat so viele Schälchen (welches gehört in den Bibimbap? Wann esse ich den Rest? Ist das Suppe oder Sauce? Wohin mit dem Kohl?) das ich manchmal halb überfordert bin. Mit Kimchi (das orange rechts oben) selber werde ich übrigens nicht mehr warm. Für mich eher bäh, alles andere ist aber lecker. Auch wenn ich 'alles andere' oft nicht erkenne.

Japan: Tokyo restlicher Text

Leider ist mir die App einfach abgestürzt bevor ich den Text fertig schreiben bzw durchlesen konnte. Abstürzen heisst gleichzeitig auch verö...