Sonntag, 8. April 2018

Taiwan - in Worten

So ich sitze nun am PC und hoffe, ich schaffe dies mit meinem ersten Blog endlich. Irgendwo habe ich gedrueckt, dass nun endlich 'unsere' Schrift angezeigt wird. Die Tastatur ist zwar immer noch amerikanisch mit y und z vertauscht, aber wenn ich sonst keine Probleme habe ich ja alles ok. Zuerst wurden die ganzen Schriftzeichen auf chinesich uebersetzt, aber auf einmal scheint es zu funktionieren. Auch sonst wollte der Blog auf dem Handy nicht so wie ich. Meine ganzen gespeicherten Entwuerfe [zum Glueck nur Fotos] hat das System zunicht gemacht, so dass ich gestern Abend leicht abgenervt nur schnell die Fotos reingestellt habe. Nun aber folgt der Text. Wie ich es in Zukunft, sprich die naechsten 10 Wochen machen moechte, weiss ich selber noch nicht so genau.

Die ersten beiden Wochen in Taiwan sind bereits vergangen, morgen ist mein letzter Tag hier in Taipei. Hier hat die Reise vor zwei Wochen auch begonnen. Mike ist leider bereits wieder daheim, das Mietauto abgegeben, die schoenen Hotels sind Vergangenheit. Obwohl die Jugendherberge hier in Taipei auch nicht schlecht ist. Zwar teile ich mein Zimmer mit ca. 11 anderen, aber es ist ueberraschend ruhig, die Duschen und Toiletten nie besetzt und die Lage ist auch sehr zentral. Aber fangen wir doch vorne an [frage mich gerade wo das waere]. Fangen wir bei den Taiwanesen an. Diese sprechen ueberraschend gut englisch. Selten standen wir an weil niemand weiterhelfen konnte. Es laesst sich immer jemanden finden der halbwegs englisch spricht [sei es an der Rezeption, im Restaurant etc]. Eine englische Menukarte laesst sich meistens auch finden, jedenfalls an den halbwegs touristischen Orten. Da wir eh meistens auf Nachtmaerkten gegessen haben, war das meistens kein Thema. Auf Nachtmaerkten kann man dann das Essen direkt sehen und weiss meistens, was es ungefaehr gibt. Manchmal wird man jedoch schon halb wahnsinnig wenn zwischen den ganzen Schriftzeichen nicht ein Wort auf Englisch ist. Um wenigstens zu wissen, WAS denn genau frittiert wird. Oder welcher Teil des Huhns verarbeitet wurde. Das Essen hier ist meistens chinesisch- oder auch japanisch-lastig. Und nicht 'unser' chinesisch mit Ente suess sauer. Das sind frittierte Wachteln, total uebersalzene Eier, frittierter Oktopus, Gehacktes mit Reis zum Fruehstuck [das erkennt man immerhin!] und saemtliche Innereien und Koerperoeffnungen eines Huhns. Darum ist Fleisch nicht gleich Fleisch. Zum Teil ist es relativ krass was man da alles an den Maerkten sieht, vor allem wenn man Hunger hat und einfach etwas erkennbares, gut verdauliches essen moechte. Wir hatten ziemlich viele frittierte Sachen, Wuerstchen [die eher suesslich schmecken], viele Suppen, Reis und Nudeln. Evtl. fast mehr Nudeln als Reis. 

Allgemein ist es schwierig, eine klare Linie zwischen Taiwanesen und Chinesen zu ziehen. Es hat hier unglaublich viele Touristen und wir koennen sie einfach nicht unterscheiden! Die Chinesen erkennt man, da diese meistens in schillernden Farben gekleidet sind und als Gruppe auftauchen. Wir schaetzen mal, die netten Leute, welche uns einen Restaurant-Tipp gegeben und im Bus weitergeholfen und im Nationalpark uns auf die Sehenswuerdigkeiten hingewiesen haben, waren wohl alles Taiwanesen. Prinzipiell ist es aber genau so schwierig, wie den Unterschied zwischen einem Belgier, einem Schweizer und einem Daenen zu finden. Oder koennt ihr die Leute zuordnen? In Taipei hat es ausserdem auch noch viele Japaner die ich genau an der Sprache unterscheiden kann.  Es wird also ein Mysterium bleiben. Aber allgemein haben sich die Taiwanesen ueberraschend oft in Gespraech mit mir und Mike eingebracht, wahrscheinlich weil wir zusammen Englisch sprechen und sie das verstanden haben. Es waere wohl eine ganz andere Geschichte, wenn wir zusammen exotisches Schweizerdeutsch sprechen. Da waeren die Leute bestimmt gehemmter. Dafuer muss ich damit leben, dass viele verstehen was wir untereinander sprechen. Das ist neu fuer mich selber ist doch CH Deutsch sowas wie eine Geheimsprache im Ausland. Die ganz schlauen merken noch, dass es mit Deutsch verwandt ist, aber verstehen tun's ja bekanntlich die wengstens.

So sind wir also mit dem Mietauto zuerst an den Sun Moon Lake gefahren. Den lasse ich frech aus, denn boese gesagt ist es fuer Europaer einfach ein See. Ich sehe fast tagtaechlich den Bodensee wenn ich aus dem Fenster gucke, da haut mich der Sun Moon Lake leider nicht aus den Socken. Wir verbrachten auch nur eine Nacht dort. Sogar der Gondelausflug war ein Reinfall, da diese am naechsten Tag erst um 10.30 Uhr startete. Wie es aussieht uebernachtet niemand am Sun Moon Lake, die Betreiber warten seelenruhig bis die ersten Busladungen Chinesen aus Taipei oder wo auch immer daherkommen. So sind wir dann fruehzeitig nach Alishan weiter, vorbei ein Tee- und Reisfeldern. Das ist ein Nationalpark der auf ca 2000 Meter Hoehe liegt, dementsprechend frisch war es. Uebrigens hatten wir auf der ganzen Reise [ausser am letzten Tag] bestens Wetter. Fast zu gutes Wetter, sehr schwuel und heiss, ich war staendig am schwitzen da Taiwan gefuehlt nur aus Treppen, Aufstiegen und Rampen besteht. 

Ich sehe, der Blog zieht sich in die Laenge. Ich gehe nur kurz auf die einzelnen Orte ein, die Bilder findet ihr ebenfalls auf der Seite. Ausser die letzten Tage, die werde ich noch posten. Die Tastatur wechselt gefuehlt alle drei Saetze ins chinesisch und ich muss irgendein Haeklein setzen, damit ich es wieder lesen kann. Nach Alishan gings nach Tainan, eine sehr typisch asiatische Stadt, nicht zu modern, viele Roller, sehr viele Tempel, so dass wir nach 5 genug hatten. Auch sehenswert ist dort das Baumhaus, in diesem Fall war es jedoch ein Baum AUF einem Haus. Ich finde, im Reisefuehrer muesste dieser Ort viel besser erklaert werden bzw als Highlight dargestellt werden. Baumhaus klingt ja eher unspektakulaer. 

Die naechste Stadt war dann Kaohsiung, gleichzeitig auch bekannt fuer seinen Containerhafen. Kaohsiung ist eher auf modern getrimmt, hat auch eine U-Bahn [macht das Leben leichter obwohl Taxifahrten unglaublich guenstig sind, genau so wie das Essen auf den Maerkten. Teuer war es hier auf jeden Fall selten]. Ganz im Sueden trafen wir dann 'endlich' die ersten westlichen Touristen. Hier befinden sich die schoensten Straende und das Leben geht nochmals ein wenig langsamer und leichter. Abends in Kenting fand einmal mehr ein Nachtmarkt statt, da war echt Trubel auf den Strassen. Unter dem Tag wirkt Kenting sehr verschlafen, so dass wir ganz erstaunt waren wie bunt und laut es abends ist. Ab Kenting ging es auf der Ostseite wieder Richtung Norden. In Chiphen konnten wir die heissen Quellen des Hotels nuetzen. Die obligatorische chinesische Reisegruppe war noch nicht eingetroffen, so dass Mike und ich die Pools ganz fuer uns alleine hatten! Total schraeg, der Hausabwart musste sogar die Sprudelanlage extra fuer uns einschalten. Heisse Quellen sind super und davon hat es in Taiwan unzaehlige. Ich moechte jedoch nicht daran zurueckdenken wie schrecklich das Wasser aus dem Hahn im Zimmer gestunken hat. Dieser Schwefelgeruch, jedes Mal wenn man aufdrehte! Ganz uebel! Die Seife des Hotels roch super, wurde aber vom Schwefelwasser uebertuencht. Da das Hotel abgelegen war, konnten wir nur dort essen wo es einmal mehr fuer Chinesen zugeschnittenes Essen gab. Nicht vermissen werde ich das ganze fettige Fleisch, weil das Zeugs unkaubar ist haben wir den Fettanteil einfach nicht gegessen. Oft waren auch Knorpel drin, aber die sind noch eher bekoemmlich, es knackt einfach beim Essen. 

Einer der letzten Stops war dann die Tarokoschlucht. Leider hatte gleichzeitig noch ein Feiertag samt verlaengertem Wochenende begonnen. So wurde die Schlucht fuer uns eher zum Horror. Zwar ist der Eintritt gratis, aber sie lassen auch alle Autos rein, egal ob es Parkplaetze hat oder nicht. Und es hatte keine. KEINE! Es war so eng, man kann nicht mal kurz anhalten und ein Foto schiessen. Man wird sozusagen gleich weggejagt. Und da es eine Schlucht ist, sind halt auch nur begrenzte Parkplaetze vorhanden. Zum Glueck haben wir dann doch noch einen Parkplatz samt Wanderweg in der Naehe gefunden. Die Feiertage haben uns auch am letzten Tag verfolgt. Statt 2,5 Stunden benoetigten wir fast 5 Stunden bis zum Flughafen. Oft auch weil das System hier daemlich ist. Mitten auf der Autobahn wird der Verkehr mit einem Rotlicht ausgebremst und man darf 10 Sekunden warten. Wenn eh schon viel Verkehr herrscht staut sich dies bis nach hinten. Das waeren dann die beruehmten Bremser ganz vorne. Ich machte mir schon ernsthaft Sorgen um Mike‘s Flug da wir noch durch ganz Taipei fahren mussten. Aber da war es null Problem, wir flutschten direkt durch. Die Autobahnen hier sind ja prinzipiell super, oft sogar 3-spurig, tonnenweise Rampen. Da faellt mir noch etwas zu dem Thema ein. Wir hatten ein Navi im Auto welches zwar Englisch sprach, aber nur auf chinesisch eingegeben werden kann. Grosses Problem. Es gib nur zwei Moeglichkeiten, diese zu fuettern, entweder mit den Koordinaten oder mit der Telefonnummer! Manchmal fuhren wir auch irgendwo hin, z.b. in Kenting zum Leuchtturm, da suchte ich einfach ein Hotel in der Naehe raus und gab die Telefonnummer ein. Strassen oder Ortschaften eingeben geht gar nicht, da diese natuerlich chinesisch sind. Wer haette das gedacht. Das haette ich auch beim PC nicht gedacht, habe doch vergessen dass auch die Tastatur ganz anders ist. Sie stellt zwar immer wieder um und treibt mich in den Wahnsinn, aber ich habe nun doch ziemlich viel hinbekommen.

Und nun ist es so, dass wir vorgestern zum Flughafen gefahren sind, Auto abgegeben und Mike sozusagen leider auch. Ab sofort muss ich meinen Rucksack wieder weiter als nur bis zum Autokofferraum schleppen. 

Noch ein Wort zu Dingen die man hier zuhauf finde, ausser Einkaufszentren und extra Parkplaetzen fuer Roller; Toiletten! Keine U-Bahnstation ohne eine Batterie Toiletten, keine Sehenswuerdigkeit ohne 2 WC-Haeuser, keine Autobahnraststaette ohne ganze Ansiedlungen von WC's. Auch hier in der Unterkunft sind es sicher 20 Stueck. Toiletten sind immer und ueberall, genau so wie 7/11, der Laden. Es hat 7/11 oder Family Mart, die sind ein wenig aehnlich wie unsere Kioske. Getraenke, Chips, etwas kleines zu essen, die wichtigstens Dinge fuers Leben. Nur guenstiger als bei uns. Wir haben es uns zum Sport gemacht, abends noch in einen 7/11 zu gehen und was zu trinken und Chips zu kaufen. Meine Figur wird es danken. Meistens hat es immer einen 7/11 um die Ecke, verdursten muss hier niemand. In diesem Sinne, ich muss nun tatsaechlich noch in einen 7/11 und mich fuer morgen einruesten, ich mache einen allerletzten Tagesausflug bevor es uebermorgen nach Suedkorea geht. Und vielleicht noch was kleines zu trinken fuer heute Abend. Und Chips. Ihr wisst schon.

PS. Warum sich die Schriftart zum Schluss veraendert hat bleibt ebenfalls ein Mysterium...

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